Bilder sollen die "Lust auf Arbeit" zeigen
08.05.2006
Ein Fotowettbewerb der EU-Initiative RoomyCompany.at will dazu beitragen, Vorurteile über Menschen mit Behinderung abzubauen
Einsendeschluss verlängert bis 13.10.2006
Gesucht werden – und das verrät die Ausschreibung – "Vielfältige Bilder von Menschen mit Behinderung an ihrem Arbeitsplatz", wobei der Mensch selbst und nicht seine Behinderung im (Bild-)Mittelpunkt stehen soll. Reisen und wertvolle Sachpreise warten auf die PreisträgerInnen!
In Bezug auf Arbeit mit Behinderung gibt es auch heute noch viele Vorurteile und wenig Wissen. Das zweijährige innovative EU-Projekt RoomyCompany.at entwickelt neue Strategien und Lösungen für mehr "soziale Geräumigkeit" am heimischen Arbeitsmarkt. Im Zuge dieses Projekts wird ein Fotowettbewerb ausgeschrieben, der Bilder von Behinderung und Arbeit ins rechte Licht zu rücken soll.
Drei von vier Betrieben geben Menschen mit Behinderung keine Chance
In Österreich sind rund 15.000 Betriebe gesetzlich verpflichtet, Frauen und Männer mit Behinderung einzustellen. Aber nur ein Viertel der Unternehmen kommt dieser Verpflichtung auch nach. Grund dafür ist eine Mischung aus Vorurteilen, falschen Bildern von Behinderung und einem geringen Wissen der Unternehmen über die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen. Personalverantwortliche lehnen Menschen mit Behinderungen selbst dann häufig ab, wenn diese ausgezeichnete Qualifikationen aufweisen.
Behinderung kann alle treffen – schleichend oder plötzlich
Die Mehrheit der Behinderungen ist nicht angeboren, sondern wird im Laufe des Lebens durch Erkrankung oder Unfall "erworben". Zu den häufigsten Behinderungen zählen chronifizierte Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates und psychische Erkrankungen. ExpertInnen schätzen, dass mindestens ein Viertel dieser Erkrankungen beruflich bedingt sind.
Belegschaften werden "älter und kranker"
Rückläufige Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung führen zu einer alternden und tendenziell schrumpfenden Gesellschaft. So war schon im Jahr 2005 die Hälfte der Bevölkerung im Erwerbsalter älter als 40 Jahre. Dementsprechend steigt auch das Durchschnittsalter der Belegschaft und mit ihm parallel chronisch verlaufende sowie psychische Erkrankungen der ArbeitnehmerInnen. Die Arbeitswelt muss sich dahingehend verändern, dass kranke und ältere ArbeitnehmerInnen ihren Fähigkeiten aber auch speziellen Bedürfnissen entsprechend länger in Beschäftigung bleiben können.
» Weitere Informationen zum Fotowettbewerb auf dieser Website
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Alfred Schretter, Susanne Schmölzer
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